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Und schon wieder ertappe ich mich, wie ich mit einer Tasse Tee in der Küche stehe. Ach ja, die Spülmaschine muss ich nachher auch noch ausräumen seh’ ich gerade. Immer wieder merke ich, dass es eine gehörige Portion Disziplin erfordert, von zu Hause aus zu arbeiten, im sogenannten Homeoffice. Nicht selten lauert der innere Schweinehund auf eine Gelegenheit, die Arbeit zu verschieben.

Die Arbeit von zu Hause aus bietet viele Vorteile.

  • Bei mir fielen nach der Umstellung 124 Kilometer und täglich über 2 Stunden Autofahrt im Berufsverkehr weg. Damit auch erhebliche Kosten für Benzin und Betriebskosten des Autos. Das kann sogar so weit gehen, dass man sich überlegen kann, ob man überhaupt noch ein eigenes Auto benötigt.
  • Man kann legere Kleidung tragen und braucht nicht den ganzen Tag in Businessklamotten zu verbringen.
  • Der am meisten geschätzte Vorteil des Homeoffice ist jedoch die freie Einteilung des Tages. Mal kurz zum Einkaufen, die Kleinen aus dem Kindergarten holen, ein Arztbesuch oder andere Erledigungen, all das ist möglich, solange man sein Arbeitspensum erledigt.

Licht und Schatten. Leider auch bei der Arbeit zu Hause.

  • Disziplin ist angesagt. Wenn Sie bei den Kollegen im Betrieb arbeiten, sind Sie am Arbeitsplatz und die privaten Ablenkungen halten sich in Grenzen. Daheim sieht das ganz anders aus. Da haben Sie wunderbare Möglichkeiten und alles direkt im Blick. Tätigkeiten wie Staubsaugen, einkaufen gehen und andere Hausarbeiten erhalten da plötzlich Priorität. Oder es kommen Freunde zu Besuch, schließlich sind Sie ja zu Hause. Ablenkungen gibt es zu Hause viele. Sei es der Fernseher oder das Internet.
  • Man mag es vielleicht nicht glauben, aber tatsächlich kann es sein, dass Sie die Kollegen vermissen werden. Tatsächlich bekommt man weniger mit, was im Unternehmen gerade läuft. Ich meine jetzt weniger den privaten Tratsch, sondern die Infos, die man bei einem Gespräch in der Kaffeepause bekommt. Der Austausch mit den Kollegen. Sie haben keinen direkten Vergleich, keine Konkurrenz und dadurch vielleicht auch weniger Motivation.
  • Die Gefahr ist nicht, dass man zu wenig arbeitet. Fast immer ist das Gegenteil der Fall. Dadurch, dass die Arbeit sozusagen ständig präsent ist und man keinen Kollegen Feierabend machen sieht, muss man die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit selbst ziehen.

Viele (man schätzt, 25%), hauptsächlich große Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Durch die moderne IT-Technik ist das in vielen Bereichen problemlos möglich. Als Beispiel möchte ich hier nur die “Cloud” erwähnen. Die sogenannte Cloud ist eigentlich ein Speicherplatz auf einem Server im Internet. Hier liegen dann zum Beispiel die Daten zu einem bestimmten Projekt. Alle beteiligten Mitarbeiter haben Zugriff darauf und speichern ihrerseits die Ergebnisse ihrer Arbeit, Änderungen oder Ergänzungen wieder in der Cloud. Das geht von jedem Internetanschluss aus, also auch von zu Hause.

Im August 2013 hat Microsoft allen Mitarbeitern in Deutschland angeboten, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Mitarbeiter haben das mehrheitlich abgelehnt. Der Grund war nicht, dass die Angestellten so scharf darauf waren, jeden Tag ins Büro zu fahren. Microsoft wollte in Deutschland drei Standorte schließen und die Mitarbeiter sollten entweder umziehen um an den verbleibenden Standorten zu arbeiten, oder eben von zu Hause aus im Homeoffice. Der Widerstand der Belegschaft war so stark, dass Microsoft dieses Vorhaben aufgeben musste.

Das zeigt, dass auch Unternehmen Interesse daran haben, Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Die Ersparnis an Bürofläche inklusive Neben- und Betriebskosten, ist nicht zu unterschätzen. In dem genannten Fall scheint mir der Fehler in der rigorosen Schließung der Standorte zu liegen. Vermutlich wäre es besser gewesen, die Anlaufstellen in verkleinerter Form beizubehalten. Die meisten der Mitarbeiter wollten nicht die ganze Woche, sondern nur zwei oder drei Tage von zu Hause aus arbeiten.

Ob das Arbeiten von zu Hause aus für Sie etwas ist, sollten Sie am besten ausprobieren. Vereinbaren Sie mit Ihrem Chef, dass Sie an ein- oder zwei Tagen in der Woche zu Hause arbeiten. Probeweise. Klar, müssen Sie dann darauf achten, dass Sie an diesen Tagen auch gute Arbeit abliefern. Am besten, Sie sind an den Homeoffice-Tagen sogar noch produktiver als im Büro – das wird den Chef überzeugen.

Fazit:

Für mich war der Einstieg nicht einfach. Ich bin nicht unbedingt ein Vorbild an Disziplin. zum Glück kann man sich Schritt für Schritt die Freiheit des Homeoffice erarbeiten. Es steigert die Lebensqualität und man spart etliche Kosten. Wagen Sie den ersten Schritt zur Freiheit. Über Kommentare von Ihnen würde ich mich freuen. Wie stehen Sie zum Arbeiten von zu Hause aus?

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