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Spätestens, wenn man sich wieder mal über den Chef ärgert oder über die Kollegen, ist doch fast jedem schon mal der Gedanke an eine Selbstständigkeit in den Sinn gekommen. Bei den meisten bleibt es dann bei dem Gedanken. Man beißt die Zähne zusammen und macht im gleichen Trott weiter. Aber mal ehrlich: Toll wäre es schon, wenn das klappen würde und Sie erfolgreich mit dem eigenen Unternehmen wären, oder?

Stellen Sie sich nur die Vorteile vor: Sie bestimmen Ihre Arbeitszeit selbst, ärgern sich nicht über unfähige Vorgesetzte, Sie allein bestimmen die Höhe Ihres Einkommens, regen sich nicht mehr über abgelehnte Urlaubsanträge auf und müssen nicht mehr jeden Tag den doofen Kollegen ertragen.

Tatsächlich ist es so, dass die meisten es sich einfach nicht zutrauen, auf eigenen Beinen zu stehen. “Ja und das Risiko und wer weiß schon, ob das funktionieren würde und die Krankenversicherung …” Die Angst etwas Kleines zu verlieren ist größer, als der Wunsch etwas Großes zu gewinnen.

So tun als ob: Sich selbstständig machen

Die Gedanken sind frei. Spielen Sie das doch einfach mal gedanklich durch. Eine Selbstständigkeit. Wie wäre es wenn Sie sich selbstständig machen würden? In vielen Betrieben wird von den Angestellten ohnehin verlangt, dass sie unternehmerisch denken. Stichwort Profitcenter. Jede Abteilung muss effektiv arbeiten, bis hin zum einzelnen Angestellten.

Bestimmt haben Sie ein Hobby oder ein Gebiet, auf dem Sie sich gut auskennen. Fangen Sie damit an. Nebenberuflich als zweitem Standbein. Das geht einfacher, als Sie denken. Starten Sie aber nicht damit, erst mal an Geld zu denken. Das würde nicht funktionieren, denn sonst arbeiten Sie wieder nur wegen des Geldes. Vielmehr müssen Sie Ihren potentiellen Kunden einen echten Vorteil bieten, ein Problem lösen, dann klappt das mit dem Einkommen von ganz allein.

Setzen Sie sich Ziele. Hier neigen viele dazu, sich selbst zu wenig zuzutrauen. Es gibt keine zu großen Ziele, es gibt nur zu kurze Fristen. Was möchten Sie innerhalb eines Jahres erreicht haben? Nach zwei Jahren? Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Nur wenn Sie das wissen, können Sie es auch erreichen. Stellen Sie einen Plan auf. Einzelne Etappen. Ich erstelle auch immer eine Wochenplanung. Das hilft mir, Zeitfresser auszumerzen und meine Ziele zu kontrollieren.

Starten Sie mit Ihrem guten Namen

Immer wieder trifft man im Alltag auf exotische oder seltsame Firmenbezeichnungen. Strickstube, Lädchen oder Eckchen, meist noch mit dem Spitznamen des Inhabers oder eines Produktes davor. Glauben Sie wirklich, dass man mit “Gabis Wollstübchen”, reich werden kann? Oder dass “Matzes Schnitzeleckchen” Aufträge aus ganz Deutschland bekommt? Würde Porsche auch weltweit Autos verkaufen, wenn die Firma “Ferdi’s Schrauberecke” hieße?

Wer sich solche Bezeichnungen über die Eingangstür hängt, hat seinen geschäftlichen Horizont bereits abgesteckt. Benutzen Sie stattdessen Ihren Namen oder den des Produktes das Sie anbieten. Am besten in Verbindung mit einem Slogan. “Der schnellste Service der Stadt”, oder “der freundlichste Kundendienst”. Stellen Sie Ihre Leistung heraus, ohne zu übertreiben.

Verkaufen Sie ja keine Akkuschrauber

Ich wage mal die Behauptung, dass kein Mensch auf der ganzen Welt einen Akkuschrauber braucht. Aber viele Menschen würden gern ohne große Anstrengung Schrauben festziehen, oder Löcher für ein Regal in die Wand bohren, ein Möbelstück zusammenschrauben oder das Auto reparieren. Für all diese Arbeiten, eignet sich ein Akkuschrauber ideal.

Zeigen Sie den Menschen den Nutzen des Produktes, bieten Sie Lösungen an. Haben Sie sich schon mal Werbung für Parfüm angesehen? Da man den Duft in der Werbung natürlich nicht riechen kann, arbeiten die Werbemacher mit Gefühlen. “Wenn du dieses Parfüm benutzt, wirst auch du eine wunderbare, anziehende unwiderstehliche Frau”, “wenn du als Mann dieses Deo benutzt, kann dir keine Frau widerstehen”. Oder denken Sie an Autowerbung. “Du fährst diesen Wagen und erreichst Freiheit, Anerkennung, du entkommst dem Alltag.” Tatsächlich kommen etliche Werbefilme ganz ohne Worte aus, nur mit Bild und Musik. Da wird nicht das Parfüm verkauft oder das Auto. Sie erfahren keine technische Daten oder Inhaltsstoffe. Da werden Gefühle und Bedürfnisse verkauft.

Bieten Sie also nicht Ihr Produkt an, sondern den Nutzen, den ein Kunde daraus zieht. Die Arbeitserleichterung, die Freizeit, die er durch die Benutzung gewinnt.

Schnäppchen? Nein danke!

Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, mit Schnäppchenpreisen zu starten. In meiner beratenden Tätigkeit erlebe ich es regelmäßig, das frisch gebackene Selbstständige mit Dumpingpreisen starten wollen. Frei nach dem Motto: “Erst mal ganz wenig verlangen, später kann ich die Preise dann immer noch anheben.” Oder: “Die Konkurrenz verlangt den Preis X, da muss ich doch drunter bleiben”. Das wird nicht klappen. Warum sollten Sie das tun? Verlangen Sie für Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt einen angemessenen Preis. Wenn die Qualität stimmt, tritt der Preis in den Hintergrund. Kunden, die Sie über den Preis gewinnen, werden Sie auch über den Preis wieder verlieren.

Apropos Konkurrenz

Bei Kunden und Geschäftspartnern kommt es nicht gut an, wenn man die Konkurrenz schlecht macht. Das sieht schnell so aus, als ob Sie selbst nichts wesentlich Besseres anbieten können und deshalb auf der Konkurrenz herumhacken. Begeben Sich sich nicht auf dieses Niveau, überzeugen Sie durch Leistung. Es sind genug Kunden für alle da. Heben Sie sich lieber durch Ihr Angebot ab, so, dass es mit der Konkurrenz nicht vergleichbar ist. So machen es übrigens die Anbieter von Handytarifen.

Gegen den Wind

Durchhalten ist angesagt. Geben Sie nicht gleich beim ersten Widerstand, beim ersten Problem auf. Sie werden mit Ihren Aufgaben wachsen. Thomas Alva Edison hat 10.000 Fehlschläge weggesteckt, ehe die Glühbirne funktioniert hat. Walt Disney brauchte sieben Jahre, bis er Investoren für seine Idee fand. Beispiele ließen sich noch viele anführen. Sie befinden sich also in erlesener Gesellschaft, wenn nicht gleich nach dem Start alles nach Plan verläuft.

Henry Ford formulierte es so: Wenn es scheint, als hätte sich alles gegen dich verschworen, bedenke, dass Flugzeuge gegen den Wind aufsteigen, nicht damit.

Werbetrommel

“Tu’ Gutes und sprich darüber”. Das Grundgesetz der Werbung. Machen Sie Ihr Produkt bekannt. Noch nie zuvor hatten Sie so viele Möglichkeiten der Werbung wie heute. Das muss nicht immer die teure Zeitungsanzeige sein. Das können Sie schon mit kleinem Geld und einer eigenen Website machen. Oder über Social Media, also Facebook, Google+, Twitter und Co. Mein Lieblingszitat stammt wieder von Henry Ford:

Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Und was ist die Folge davon? Alle Welt isst Hühnereier.

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