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Vermutlich lesen Sie täglich Ihre E-Mails. Oder wenigstens alle zwei Tage. Wie dem auch sei, stellen Sie sich vor, Sie würden dafür Geld bekommen. Einfach so, nur dafür, dass Sie sich die Zeit genommen und die Mail gelesen haben. Gibt’s nicht? Gibt’s doch.

Werbemail lesen und verdienen

Das nennt sich Paidmail oder Bezahl-Mail. Und tatsächlich bekommt man Geld für das Lesen von Werbemails. Also noch nicht mal für das Lesen selbst, sondern dafür, dass man die Mail oder einen Link darin anklickt und öffnet. Nun fragen Sie sich vermutlich, warum Ihnen jemand Geld dafür geben sollte, damit Sie seine Werbung anklicken.

Die Erklärung ist einfach: Nach deutschem Recht, ist es verboten, einfach so und ungefragt E-Mail-Werbung zu verschicken (ganz im Gegensatz zu der Werbung im Hausbriefkasten). Sonst drohen den Firmen recht kostspielige Strafen. Das machen sich die Anbieter der Paidmail-Systeme zu nutze und bieten den werbetreibenden Firmen an, das für sie zu regeln. Also sozusagen, die Genehmigung der Interessenten einzuholen.

Da beginnt dann das Geldverdienen. Sie melden sich bei einem der Paidmail-Anbieter an und erhalten daraufhin Werbemails zugeschickt. Je nach Anbieter schwankt die Anzahl der Mails. Jede Aktion, also zum Beispiel das Öffnen der Mail, oder das Anklicken eines Links wird honoriert. Die Angebote reichen von 0,1 Cent bis (in seltenen Fällen) zu 20 Cent. Der Durchschnitt liegt etwa bei 0,5 – 2 Cent.

Alle gewinnen

In der Praxis ist das eine Win-win-Situation – alle Beteiligten gewinnen. Eine Firma möchte zum Beispiel ihren neuen Shop bekannt machen und beauftragt dazu einen Paidmailer-Dienst. Der Auftraggeber bestellt dazu 60.000 Werbemails und bezahlt dafür 2.500 €.  Der Paidmailer verschickt 60.000 E-Mails an seine Mitglieder. Jedes Mitglied, das die Mail öffnet und anklickt, erhält 2 Cent pro Mail.

An die Mitglieder des Paidmail-Dienstes werden also 1.200 € ausbezahlt (2ct x 60.000), der Dienst verdient in diesem Beispiel 1.300 € und der Shopbetreiber hat seinen neuen Shop günstig bekannt gemacht und schon die ersten Kunden.

OK, 2 Cent sind natürlich nicht viel. Es läuft nur lukrativ, wenn man sich bei mehreren Paidmailern registriert. Dann sieht das Ergebnis gleich viel freundlicher aus. Sie melden sich z.B. bei 20 Diensten an und erhalten von jedem etwa 25 Werbemails am Tag. Im Monat ist das dann schon ein schönes Taschengeld. Oft gibt es auch Bonusaktionen, die dann auch bei 20 Cent liegen können. Die Auszahlung erfolgt meist ab einer bestimmten Summe je nach Anbieter zwischen 1 und 20 Euro.

Speziell bei den Bonus E-Mails, bei denen man zusätzlich noch ein paar Cent verdient, ist es aber nur mit blindem Klicken nicht getan. Da muss man dann auf ein bestimmtes Banner klicken, oft öffnet sich danach eine Webseite, auf der man eine Frage beantworten soll oder einen Link anklicken. Manchmal wird auch die Zeit gemessen, während der die Webseite geöffnet bleibt. Zum Beispiel 30 Sekunden. Wenn man nun diese Seite vorzeitig schließt, gibt es keinen Bonus.

Also nur mal so 200 Mails durchklicken ist nicht. Man muss tatsächlich Zeit investieren um an die Kohle zu kommen. Aber mal ehrlich: wie oft hält man sich stundenlang am Computer auf und macht eigentlich nichts wirklich Sinnvolles? Da kann man doch genauso gut die Zeit in ein paar Werbemails investieren und etwas Taschengeld verdienen.

Augen auf und mitdenken

Wie überall im Internet und im ganzen Leben, ist auch hier Wachsamkeit geboten. Tatsächlich gibt es Paidmailanbieter, die pro normaler Werbemail 20 Cent bis hin zu mehreren Euro versprechen. Den gesunden Menschenverstand einschalten und einmal kurz nachrechnen, dann wird jedem klar: Das kann nicht funktionieren. Diese Anbieter spekulieren darauf, dass viele Mails angeklickt werden, sie vom Auftraggeber die Werbung bezahlt bekommen und sich danach aus dem Staub machen. Hier gilt: Finger weg.

Mit Empfehlungen zusätzlich verdienen

Ein paar zusätzliche Euro lassen sich (wie oft im Internet) über Empfehlungen verdienen. Sie gewinnen neue Mitglieder (so genannte Referrals) für den Paidmailer und erhalten dafür von deren Umsatz ebenfalls Provisionen. Die bewegen sich um die 10 Prozent. Das heißt: Sie werben einen neuen Leser (Referral) . Dieser bekommt für das E-Maillesen den üblichen Satz und Sie bekommen 10 Prozent. Das wird jedoch nicht bei dem neuen Mitglied abgezogen, sondern der Anbieter bezahlt das zusätzlich direkt an Sie. Der neu Geworbene bekommt dadurch nicht einen Cent weniger. Wieder eine Win-win-Situation.

Nicht alle werden akzeptiert

Nicht jeder Anbieter arbeitet mit allen Maildiensten zusammen. Da merkt man spätestens bei der Anmeldung, dass man mit seiner schönen neuen E-Mailadresse nicht angenommen wird. Aus welchen Gründen auch immer. Die meisten Anbieter sind da jedoch nicht so pingelig.

  • Truxo.de = Mailadressen von web.de und aol werden nicht angenommen
  • Live-mails.de = Adressen von Yahoo sind nicht erlaubt
  • Sunshinemailer.com = Yahoo Adressen ebenfalls unerwünscht
  • dresden-mails.de = auch mit verschiedenen Browsern war mir eine Anmeldung nicht möglich, weil das Capcha nicht angezeigt wurde

Hier noch ein paar Tipps, wie Sie das Geldverdienen am einfachsten ausprobieren können:

  1. Erst mal: Sie müssen außer Zeit nichts investieren.
  2. Am besten legen Sie sich eine E-Mailadresse extra dafür an. Kostenlose Mailadressen gibt es überall im Internet, zum Beispiel bei Yahoo.de, GMX.net, Google.de und bei vielen weiteren Anbietern.
  3. Melden Sich sich bei mehreren Anbietern (Links siehe unten) an, sonst lohnt es sich nicht.
  4. Finger weg, wenn Sie erst etwas bestellen, oder ein Abo abschließen sollen.

Das Schöne an dieser Methode des Geldverdienens ist, dass Sie keinen Cent investieren müssen, Sie arbeiten, wann es Ihnen passt und wenn Sie keine Lust mehr haben, hören Sie einfach auf – ganz ohne Konsequenzen. Nicht schlecht oder? Also, was hält Sie davon ab, es einfach mal zu starten? Gern dürfen Sie Ihre Meinung oder Erfahrungen unten in die Kommentare schreiben.

Einige der großen deutschen Paidmail-Dienste

Earnstar.de
Questler.de
Bonimail.de
EuroClix.de
Gprofit.de
Profitmails.de
Infomails.de


 

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