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Eine Existenzgründung ist mit viel Arbeit verbunden. Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die erledigt werden müssen, um das Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Dabei wird oft die Verpflichtung zur Steuererklärung übersehen oder vernachlässigt. Aber auch Existenzgründer müssen diese abgeben, unabhängig davon, ob sie bereits einen Gewinn machen. Die Steuer ist durchaus eine komplexe Angelegenheit, mit der sich Existenzgründer möglichst frühzeitig auseinandersetzen sollten.

Grundlegendes zur Steuer für Existenzgründer

Wer als abhängiger Arbeitnehmer beschäftigt ist, muss in der Regel nur eine Lohnsteuererklärung abgeben. Für Freiberufler und Unternehmer und somit auch für Existenzgründer gibt es mehrere Steuern, für die eine Steuererklärung abgegeben werden muss. Zu den Hauptsteuerarten zählen die Einkommenssteuer (entspricht der Lohnsteuer für abhängig Beschäftigte), die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer (für Gewerbetreibende) und die Körperschaftssteuer (juristische Personen wie bspw. GmbH, AG).

Mit der Einkommenssteuererklärung wird der erwirtschaftete Gewinn veranlagt. Der Gewinn wird durch die sogenannte Einnahmeüberschussrechnung ermittelt. Abhängig vom rechtlichen Status (z.B. Freiberufler, GbR, GmbH, AG) muss diese Einnahmenüberschussrechnung an das Finanzamt eingereicht bzw. darüber hinaus eine Bilanz erstellt werden. Vom Gewinn abgerechnet wird ein Grundfreibetrag, der im Jahr 2013 für Alleinstehende bei 8.130 € und für Verheiratete bei 16.260 € lag. Für sogenannte „juristische Personen“ wie beispielsweise GmbHs, Aktiengesellschaften oder bestimmte Vereine wird eine Körperschaftssteuer fällig.

Die vereinnahmte Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) muss ebenfalls an das Finanzamt abgeführt werden. Abhängig von der Höhe der Umsatzsteuereinnahmen kann dies monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder einmal im Jahr erforderlich werden. Dafür muss jeweils eine Umsatzsteuererklärung erstellt und elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Im Falle, dass die Umsatzsteuererklärung nicht nur jährlich erstellt werden muss, ist eine abschließende Umsatzsteuererklärung zusammen mit der Einkommenssteuererklärung einzureichen. Von der vereinnahmten Umsatzsteuer kann die entrichtete Umsatzsteuer abgezogen werden.

Die Gewerbesteuer muss von allen Gewerbetreibenden entrichtet werden. Diese Steuer wird nicht vom Finanzamt, sondern von den Kommunen eingezogen. Die Höhe der Gewerbesteuer richtet sich nach dem Gewinn und den jeweiligen Steuersätzen der Kommunen. Auch hier existiert in der Regel ein Freibetrag, der von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein kann.

Sonderregelungen gibt es für Kleinunternehmer, deren Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr nicht höher als 17.500 € war und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 € sein wird (Kleinunternehmerregelung).

Der richtige Umgang mit der Steuer

Gerade weil es nicht das angenehmste Thema ist, sollten Existenzgründer sich hier fachmännischen Rat durch einen Steuerberater einholen. Besonders bei der Steuer gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe und die kann bei Steuerangelegenheiten schnell zu einem finanziellen Fiasko führen, das eine Existenzgründung erheblich belasten kann.


Autor: https://www.contentworld.com/authors/profile/12547/

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