Seite wählen

So ganz allmählich steigt die Zahl der Arbeitnehmer wieder, die zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiten. Im Homeoffice. Stark vertreten sind in letzter Zeit die Außendienstler. Entweder nutzen sie abwechselnd ein Büro in der Firma, oder sie erledigen die anfallenden Bürotätigkeiten eben zu Hause (siehe auch https://job-markt.info/home-office-planen/).
Seit heute (27.1.2016) kann so ein Arbeitsplatz zu Haus jedoch nicht mehr so ohne Weiteres steuerlich abgesetzt werden.
Schon bisher wurde der häusliche Arbeitsplatz nicht quasi automatisch anerkannt. Nun ist es allerdings höchstrichterlich entschieden, vom Bundesfinanzhof:
Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer werden nur dann anerkannt, wenn der Raum nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird.

Sobald der Raum auch anderweitig genutzt wird, z.B. als Gästezimmer oder als Bügelraum, ist es mit der Anerkennung aus. Somit ist auch klar: Die Schreibtischecke im Wohnzimmer wird nicht akzeptiert und zählt als Privatvergnügen.

Ein Raum oder Arbeitsplatz, der nur teilweise für Berufliches genutzt wird, kann nicht geltend gemacht werden, weil es nach Ansicht der Richter nicht möglich ist, zu kontrollieren, wie lange sich der Arbeitnehmer tatsächlich an diesem Arbeitsplatz aufhält. Tatsächlich war auch ein Zeitbuch – so eine Art Fahrtenbuch für den Schreibtisch – im Gespräch. Das wurde dann jedoch verworfen, weil die Aufzeichnungen darin unmöglich überprüft werden können und sie so praktisch keine Beweiskraft hätten.

Auch wenn das Urteil für viele erst mal nicht schön klingt: Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können die Kosten doch geltend gemacht werden.
Für bestimmte Berufsgruppen, denen sonst kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Beispielsweise Außendienstmitarbeiter oder Lehrer. Diese können durch Nachweis bis zu 1250 Euro jährlich geltend machen.

Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Aktivitäten, können sämtliche Kosten in der Steuererklärung angegeben werden, ohne Obergrenze. Das kann prozentual angesetzt werden. Hat die Wohnung zum Beispiel 120 Quadratmeter und das Arbeitszimmer darin 12 Quadratmeter, so können zehn Prozent von Miete, Heizkosten oder Finanzierungskosten der Immobilie angesetzt werden.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass das Arbeitszimmer auch arbeitsmäßig eingerichtet ist. Also Schreibtisch / Arbeitstisch, Stuhl, Arbeitsmittel. Eine Modelleisenbahn im Raum geht nicht. Es ist empfehlenswert, das Zimmer so einzurichten, dass im Fall einer Überprüfung keine Fragen auftauchen.

%d Bloggern gefällt das: