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Das Abitur nachholen? Die Beweggründe das Abitur nachholen zu wollen sind so vielfältig wie die Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Der Job bietet keine weiteren Aufstiegsmöglichkeiten, die Ausbildung ist abgeschlossen, jedoch wurde keine Anstellung gefunden.
Die Arbeitslosigkeit zermürbt oder das Dasein als Hausfrau und Mutter erscheint dauerhaft einfach als zu wenig. 
So unterschiedlich all diese Gründe sind, so hat doch Jeder heute die Möglichkeit, das Abitur oder das Fachabitur zu erreichen, ohne dafür einen Job aufgeben zu müssen oder Geld zur Seite gelegt zu haben. Das Abitur nachholen ist nicht unmöglich. Die Angebote sind vielfältig.

Eine direkte Möglichkeit bieten spezielle Schulen für Erwachsene, so genannte Kollegs. Diese unterscheiden sich äußerlich nicht von normalen Schulen. Unterricht findet im Durchschnitt von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr statt, die Fächer sind in der 11. Klasse teilweise und ab der 12. Klasse komplett wählbar. Unterrichtet wird im Klassen- oder Kursverband. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 20 und 25 Jahren, jedoch finden sich auch häufig ältere Semester, die mit Hilfe dieser Schulen ihre Chancen im Job oder ihren Bildungsgrad verbessern wollen.

Voraussetzung für den Besuch eines Kollegs ist der Nachweis einer mindestens 36 monatigen Beschäftigung. Dies kann ein normales Arbeitsverhältnis, jedoch auch eine nachweisbare Arbeitslosigkeit sein. Ist dieser Nachweis erbracht, steht dem Abitur im Grunde nichts mehr im Weg. Sollte keine Beschäftigung nachgewiesen werden können ist es allerdings immer noch möglich, nach der 12. Klasse ein Abgangszeugnis zu beantragen und somit das Fachabitur zu absolvieren. Mit dem Fachabitur können bestimmte Studiengänge an Fachhochschulen, wie z. B. „soziale Arbeit“ belegt werden.

Informieren sollte man sich allerdings vorab über die Möglichkeit des „Schüler-Bafögs“. Dieses speziell für den zweiten Bildungsweg entwickelte Bafög wird allerdings nicht in jeder Region ausgezahlt, man sollte sich vorab an der Schule seiner Wahl und beim Arbeitsamt informieren. Das „Schüler-Bafög“ übernimmt die Miete und sichert darüber hinaus in einer gewissen Höhe die Lebensunterhaltskosten. Auf diese Weise lässt sich das Abitur auch für Jene erreichen, die ohne finanzielle Unterstützung auskommen müssen.

Abitur nachholen abends oder Online

Wer seinen Job nicht aufgeben möchte hat ebenso verschiedene Möglichkeiten, das Abitur zu erreichen. Abendschulen bieten Unterricht von 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr an und liegen somit außerhalb der durchschnittlichen Arbeitszeit. Erforderlich ist hier eine tägliche Anwesenheit und Teilnahme am Unterricht über drei Jahre und ein Schulabschluss, welcher den Besuch einer Abendschule ermöglicht, wie z. B. der Realschulabschluss oder der erweiterte Hauptschulabschluss. Wer diese Form des Abschlusses nicht erreicht hat, kann vorher eine Volkshochschule besuchen und den erforderlichen Abschluss nachholen. Auch hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, das Ziel zu erreichen.

Eine andere interessante Möglichkeit ist das so genannte „Online Abitur“. Dieses wird z. B. in der „Abendgymnasium Münster“ angeboten. Die Voraussetzungen sind die Gleichen, wie jene für den Besuch einer Abendschule, jedoch benötigt man für diese Schulform über einen Internetanschluss. Die Unterrichtszeiten beschränken sich auf zwei Tage die Woche, z. B. Montags und Mittwochs von 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr, und belaufen sich auf circa 10 Stunden. Die übrigen 12 Stunden sollen von den Teilnehmern zuhause erarbeitet werden. Hinzu kommt natürlich das Lernen für Klausuren und das Erledigen von Hausaufgaben. Für Letztere wurde eine spezielle Plattform im Internet errichtet. Hier meldet sich der Schüler mit seinem Login ab und hat Zugriff auf eine sehr große Lernplattform mit Lehrmaterialien. Hausaufgaben werden hier erledigt und direkt an den Lehrer übermittelt. Klausuren finden jedoch während den beiden Unterrichtstagen statt und werden wie in der normalen Unterrichtsform bewertet.

Die Abendschule, sowie das „Online Abitur“ sind eine sehr interessante Möglichkeit für Berufstätige, die ihren Job nicht unterbrechen möchten. Beide Schulformen nehmen erfahrungsgemäß sehr viel Rücksicht auf den Terminkalender der Teilnehmer und sind bei Schwierigkeiten sehr kulant.

Interessant ist ebenso, dass die Schulzeit nicht in die vom Arbeitsamt vorgesehene Arbeitszeit fällt. Der Bezug von Hartz IV muss für den Besuch einer Abendschule also nicht unterbrochen werden, da eine Arbeitsstelle auch während des Besuches einer Abendschule angenommen werden kann. Somit ist der Besuch einer solchen Unterrichtsform auch für arbeitslose Interessierte möglich.

Der Besuch dieser bisher erwähnten Schulformen ist kostenlos. Allenfalls können Kosten für Lehrbücher anfallen, die jedoch sehr gering sind.

Fernstudium

Weiterhin soll auch das Fernstudium erwähnt werden. Dafür meldet man sich bei einem der vielen Anbieter wie z.B. „ILS“ an und bekommt die Lehrmaterialien in einem frei bestimmbaren Turnus zugeschickt. Hausaufgaben können per Post oder per Mail zurückgesandt werden und werden von einem zuständigen Professor korrigiert und bewertet. Diese Möglichkeit ist jedoch kostenpflichtig. Die Kosten variieren je nach Anbieter und werden monatlich bezahlt. Dafür lässt sich das Studium oftmals kostenfrei in die Länge ziehen oder unterbrechen, sollte einem die Zeit für das Studium fehlen. Neben dem Abitur stehen vielfältige Studiengänge zur Verfügung. Wer schnell und eigenverantwortlich lernen und auf persönliche Betreuung verzichten kann, ist mit dieser Form mit Sicherheit gut beraten.

Im Vergleich lässt sich sagen, dass die Möglichkeiten der Weiterbildung in Deutschland mittlerweile so vielfältig sind, dass auch frühere Schulabbrecher nicht mehr ihr ganzes Leben unter einem schlechten Schulabschluss leiden müssen. Die Möglichkeiten sind flexibel und vielfältig und bieten auch finanziell schlechter gestellten Menschen sehr gut nutzbare Möglichkeiten, um auch im höheren Alter den Wunschberuf erreichen zu können.


 

Autor: https://www.contentworld.com/authors/profile/4511/

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